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Sonntag, 25 Juni 2017
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06.04.2017

Barrieren müssen nicht sein

Eutin. Der Kreis Ostholstein hat am heutigen Donnerstag (6. April) zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Barrierefreies Internet“ eingeladen. Gemeinsam mit der Firma DIAS GmbH aus Hamburg sollen im Rahmen dieses Projektes, das durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird, Wege aufgezeigt werden, wie Kommunen und soziale Einrichtungen einen barrierefreien Webauftritt effizient realisieren können.

Landrat Reinhard Sager begrüßte die Vertreter von Kommunen, Einrichtungen und Verbänden, von Unternehmen und die Webredakteure des Kreises. Bereits seit 2006 setzt sich der Kreis Ostholstein intensiv mit dem Thema Barrierefreiheit auseinander. Der Internetauftritt des Kreises ist in vielfacher Hinsicht z.B. für blinde und sehbeeinträchtigte Personen barrierefrei. Im Dezember 2016 ist die EU-Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen in Kraft getreten. „Barrierefreiheit wird somit zukünftig auch auf kommunaler Ebene verpflichtend.“, so Sager und führt weiter aus „ Die Möglichkeit, Informationen über das Internet zu erhalten, ist zwischenzeitlich zum Standard geworden. Auch für Menschen mit Behinderungen muss es daher möglich sein, dieses Medium zu nutzen und Informationen in für sie zugänglichen Formaten zu erhalten.“

Im Rahmen des Prozesses der Erstellung des Aktionsplanes Inklusion hat sich das Angebot ergeben, dass der Kreis Ostholstein als Modellregion am bundesweiten Projekt BIK für Alle- Barrierefreiheit im Internet für Kommunen und soziale Organisationen teilnehmen kann. Im November 2016 wurde deshalb ein Kooperationsvertrag mit der Firma DIAS GmbH geschlossen.

Heike Clauss und Simone Lerche von DIAS stellten das Projekt BIK für Alle vor. Sie erläuterten die gesetzlichen Grundlagen und Standards und gaben eine Einführung in das Thema barrierefreies Internet. „Barrierefreie Internetangebote sind so gestaltet und technisch umgesetzt, dass sie von allen Menschen – unabhängig von ihren Einschränkungen und den technischen Voraussetzungen – genutzt werden können. Dies bringt auch für Anbieter von Webseiten Vorteile. Barrierefreie Internetseiten gewähren Zugang für alle Nutzergruppen, seien es Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen (blind, sehbehindert, gehörlos, motorisch eingeschränkt usw.), ältere Menschen oder Nicht-Muttersprachler.“, erklärte Heike Clauss. An mehreren Beispielen wurde veranschaulicht, wie stark Schriftgrößen und Farbgestaltung die Nutzbarkeit von Internetseiten für bestimmte Personen einschränken.

Mit dem BITV-Test wurde ein Prüfverfahren vorgestellt, das eine umfassende und zuverlässige Prüfung der Barrierefreiheit der eigenen Webseiten ermöglicht. Der BITV-Test prüft die Barrierefreiheit von Internetseiten auf Basis der deutschen Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung. Erreicht ein Internetauftritt im Test mindestens 90 von 100 Punkten, wird das BIK-Prüfsiegel für Barrierefreiheit im Internet vergeben.

Die Projektpartner zeigten die Möglichkeiten der kostengünstigen und effektiven Umsetzung eines barrierefreien Webauftritts auf. Die interessierten Zuhörer bekamen Anregungen, welche Kriterien einer barrierefreien Internetdarstellung bereits im bestehenden System erfüllt werden können.

Abschließend hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich genauer zu informieren und an verschiedenen Aktiv-Stationen selbst zu erfahren, wie Menschen mit Behinderung, z.B. Hör- oder Seheinschränkungen, das Internet nutzen. Außerdem stellte der Kreis Ostholstein in Zusammenarbeit mit der Firma Advantic Systemhaus GmbH am Beispiel des Ostholstein-Portals vor, wie der Kreis seinen Webauftritt barrierefrei gestaltet.

Diese Veranstaltung bildete den Auftakt zu mehreren Workshops, in denen weitere Möglichkeiten der Umsetzung der Barrierefreiheit kommunaler Webauftritte erarbeitet werden sollen. Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Veranstaltungen werden im nächsten Jahr in einem „Best Practice“ herausgearbeitet und auf den Internetseiten des Kreises allen Interessierten zur Verfügung gestellt. Anschließend sollten die Anregungen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen dieses Projektes erhalten haben, in die Praxis umgesetzt und weiterentwickelt werden, so dass Ostholstein auch im Internet erlebbar für alle wird.

 

Hintergrund:

Das Projekt „BIK für Alle“ zielt darauf ab, die Vorteile eines barrierefreien Webs in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und über Chancen und Umsetzungsmöglichkeiten des barrierefreien Webdesigns aufzuklären. BIK für Alle ist Teil der Projektreihe ‚BIK - barrierefrei informieren und kommunizieren“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. BIK für Alle wird von der DIAS GmbH, Hamburg, durchgeführt. Im Rahmen des Projekts kooperiert die DIAS GmbH mit Partnern der Handlungsfelder Aus- und Weiterbildung, Wirtschaft und Handel, Kommunen und soziale Organisationen sowie Luftverkehr. Gemeinsam wird über barrierefreies Internet informiert und beispielhaft gezeigt, wie Webangebote barrierefrei gestaltet werden können. Die Liste wird laufend erweitert. Nähere Informationen zum Projekt BIK für Alle finden Sie unter www.bik-fuer-alle.de.



Autor/in: Die Pressesprecherin | Quelle: Kreis Ostholstein