Weiter abgelegene Ortschaften werden durch die
Fahrbücherei Ostholstein versorgt.
Die Fahrbücherei fährt in Ostholstein 22 Gemeinden im dreiwöchigen Rhythmus an und hält dabei an 11 Schulen und 14 Kindergärten. Sie besitzt rund 26.000 Medien (Bücher, Musikkassetten, DVDs, CD-Roms, Hörbücher und Zeitschriften); im Bücherbus sind davon etwa 5000. Die Mitarbeiter stellen auf Wunsch auch Themenkisten zusammen.
Die Kreisbibliothek Eutin hat eine längere, bedeutungsvollere und wechsel-vollere Geschichte als in den meisten vergleichbaren Städten und Kreisen in Schleswig-Holstein.
Sie ist eng verknüpft mit den historischen Buchbeständen der Eutiner Landesbibliothek. Seit 1973 gibt es eine öffentliche Bibliothek - zunächst noch in einen herzoglichen Teil und einen Schulteil gegliedert. Diese Bibliothek hat sich im Laufe der Zeit in verschiedenen historischen Gebäuden in Eutin befunden. Im Jahr 1949 zog die Bibliothek in die Nähe des Schlosses, in das Kavalierhaus.
Vor über 20 Jahren (1980) konnte die Kreisbibliothek Eutin neue Räume in der ehemaligen Wagenremise am Schloss beziehen. Von einem Bestand von 19.000 Bänden im Jahre 1980 sind wir heute, im Jahr 2002, auf über 50.760 Medien gelangt.
Landesbibliothek in Eutin
Die Eutiner Landesbibliothek ist eine wissenschaftliche Bibliothek, die sich an unterschiedliche Benutzergruppen wendet. Ihre historischen Bestände sind vor allem für Wissenschaftler und Studenten interessant. Der Forschung dienen wissenschaftliche Kongresse und eigene Veröffentlichungen.
Die Eutiner Forschungsstelle zur historischen Reisekultur bietet Spezialinformationen für Wissenschaftler und interessierte Laien. Regionalhistoriker und Heimatforscher finden in der Eutiner Landesbibliothek Spezialliteratur zur Geschichte Ostholsteins. Mehrtägige Schülerseminare ermöglichen Oberstufenschülern das selbständige Arbeiten mit alten Büchern.
Ein umfangreiches
Veranstaltungsprogramm dient der populären Wissensvermittlung. Ausstellungen, Vorträge, Fachführungen und touristische Führungen erschließen die historischen Buchbestände der Allgemenheit. Die Eutiner Landesbibliothek ist eine Präsenzbibliothek, d.h. ihre Bestände sind in der Regel nur im Lesesaal zu benutzen. Die Eutiner Landesbibliothek steht grundsätzlich jedem Interssenten offen.
Eine kurze Geschichte der Eutiner Landesbibliothek
Seit dem Mittelalter (15.-16. Jahrhundert) ist Eutin Residenz der Bischöfe von Lübeck. Nach der Reformation bleibt das Bistum protestantisch. Seit 1586 werden die Bischöfe aus dem Haus Schleswig-Holstein-Gottorf gewählt. Im Eutiner Schloss unterhalten sie eine kleine Hofbibliothek. Unter den Landesherren Adolf Friedrich und Friedrich August (1727-1785) wird die Bibliothek bedeutend erweitert. Das Fürstenbistum Lübeck wird 1773 mit den Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst zum Herzogtum Oldenburg vereinigt. Dadurch wird Oldenburg Hauptresidenz, Eutin bleibt Sommerresidenz. Herzog Peter Friedrich Ludwig (1785-1829) intiiert die Gründung öffentlicher Bibliotheken in Oldenburg und in Eutin. Die "Großherzogliche öffentliche Bibliothek" in Eutin wird im Jahr 1837 gegründet. Sie wird mit der Bibliothek des Gymnasiums vereinigt und durch planmäßige Erwerbungen systematisch erweitert. Nach dem Ende der Monarchie (1918-1945) verliert die historische Bibliothek an Bedeutung. Der aufbau einer modernen Volksbücherei rückt in den Vordergrund. Das Land Schleswig-Holstein fördert den Ausbaus der historischen Bibliothek. Sie erhält 1988 den namen "Eutiner Landesbibliothek" in Erinnerung an Eutins Zeit als Residenzstadt. Im Jahr 1994 bezieht die Eutiner Landesbibliothek ein restauriertes Gebäude am Eutiner Schlossplatz.
Heute verfügt die Eutiner Landesbibliothek über rund 55.000 Bände aus der Zeit zwischen 1500 und 1945.