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Samstag, 18 November 2017
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Als Erbin oder Erbe treten Sie grundsätzlich in die Schuldnerstellung der Erblasserin oder des Erblassers ein. So haften Sie grundsätzlich auch mit Ihrem eigenen Vermögen für die Schulden der Erblasserin oder des Erblassers.

Sie können jedoch bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen durch die Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens oder durch die Anordnung der Nachlassverwaltung Ihre Haftung auf den Nachlass beschränken. Voraussetzung ist dabei jeweils ein Antrag.

Durch das jeweilige Verfahren erfolgt zu Ihren Gunsten eine Trennung der Vermögensteile. Sie haften für Verbindlichkeiten des Erblassers nur noch mit dem Nachlass, sind dann aber auch über den Nachlass nicht mehr verfügungsberechtigt. Sie können diese Beschränkungsmöglichkeit der Haftung aber verlieren, wenn Sie Ihrer Verpflichtung zur Errichtung eines Inventars (Aufstellung einer Liste mit allen Nachlassgegenständen, Nachlassvermögenswerten und Nachlassverbindlichkeiten) nicht fristgemäß nachkommen oder wenn Sie ein unrichtiges Inventar errichten.

Eine weitere Beschränkungsmöglichkeit ergibt sich aus der so genannten Dürftigkeitseinrede der Erbin oder des Erben. Voraussetzung ist, dass der Wert des Nachlasses zu gering ist, um die Kosten eines Nachlassinsolvenzverfahrens oder einer Nachlassverwaltung zu decken. Sie können diese Beschränkungsmöglichkeit der Haftung aber verlieren, wenn Sie Ihrer Verpflichtung zur Errichtung eines Inventars (Aufstellung einer Liste mit allen Nachlassgegenständen, Nachlassvermögenswerten und Nachlassverbindlichkeiten) nicht fristgemäß nachkommen oder wenn Sie ein unrichtiges Inventar errichten.