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Samstag, 23 September 2017
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Kommunaldelegation aus Rumänien im Kreishaus

Eutin. Kreispräsident Ulrich Rüder empfing heute (16. März) den Bürgermeister der rumänischen Stadt Amara, Victor Moraru, die büroleitende Beamtin der Stadtverwaltung, Larisa Mihai, und die Leiterin des Europa Büros und Dolmetscherin, Daniela Bunea, im Kreishaus. Begleitet wurden die rumänischen Besucher von dem ehemaligen Kreistagsabgeordneten des Kreises Ostholstein, Volker Lohr, der sich in Rumänien als SES Experte (Senioren Experten Service) engagiert und Verwaltungen berät. Auf Wunsch der rumänischen Delegation erläuterte Rüder umfassend über Abläufe der Verwaltung und Politik auf Kreisebene, ging aber unter anderem auch auf die für Ostholstein bedeutenden Wirtschaftsfaktoren Tourismus und Gesundheit ein.

Die Stadt Amara liegt in der Walachei zwischen Bukarest und Konstanza. Hier ist eine ähnliche Kommunalstruktur von Gemeinden, Städten und Kreisen wie in Deutschland vorhanden. Mangels ordentlicher Verwaltungsstrukturen wird jedoch derzeit an einer Kommunalverfassung gearbeitet, bei der auch Bürgermeister Moraru mitwirkt. So übt dort der Kreis gegenüber den Städten und Gemeinden eine Kontrollfunktion aus, ein echtes Miteinander in der Aufgabenwahrnehmung ist nicht vorhanden.

Für Volker Lohr, der sich im Rahmen seiner SES-Tätigkeit ein umfassendes Bild von den Gegebenheiten in Rumänien gemacht hat, ist es zudem ein Anliegen zu zeigen, dass es nicht nur Kriminelle in Rumänien gibt. Die Rumänen seien vielmehr lebensfrohe, sympathische, offene und freundliche Menschen, die sehr unter dem Image leiden, das sie in Europa haben, so der frühere Kreistagsabgeordnete.

Rumänien soll daher wieder ein Land mit Zukunftsperspektiven für junge Leute wird. Zurzeit sind viele arbeitsfähige Menschen im westlichen Ausland. So gebe es in einigen Städten beispielsweise keine Handwerker mehr. Das Bild auf der Straße wird von alten Menschen und Hunden geprägt. Hinzu kommen die Pferdegespanne, die als Transportmittel auf den Straßen zu sehen sind - keine herrschaftlichen Kutschen, sondern zusammengeflickte Karren, die von struppigen Pferden gezogen werden. Diese Menschen ernähren sich eher schlecht als recht von dem, was sie von ihren kleinen Parzellen ernten können. Hinzu kommt die Sozialunterstützung von rund 50 Euro pro Monat, die auf dem Rathaus abgeholt werden kann.

Einige Regionen entwickeln sich wirtschaftlich sehr gut, wie zum Beispiel Timisuara oder Bukarest. Der Rest des Landes hingegen ist von der positiven Entwicklung abgekoppelt. Selbst die Schwarzmeerküste bei Konstanza, früher ein beliebtes Urlaubsziel für Bürger der DDR, macht eher einen traurigen Eindruck. Dies müsse sich unbedingt ändern, sind sich Morur und Lohr einig.

Hintergrund:

Der Senior Experten Service (SES) ist als Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit die führende deutsche Entsendeorganisation für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand. Der SES ermöglicht es, die fachlichen Erfahrungen von Menschen, die aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind, in den Dienst der Entwicklungszusammenarbeit zu stellen. Schwerpunkt der Tätigkeit der ehrenamtlichen Senior-Experten ist die Lösung akuter technischer oder betriebswirtschaftlicher Probleme in kleinen und mittleren Unternehmen. Auftraggeber sind aber auch öffentliche Einrichtungen, Kommunen und gemeinnützige Träger. Durch diese Arbeit soll gleichzeitig das lokale Personal qualifiziert werden.

Seit seiner Gründung im Jahr 1983 hat der SES fast 30.000 Einsätze in 160 Ländern durchgeführt.

Autor: Die Pressesprecherin, 17.03.2016 
Quelle: Kreis Ostholstein