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Dienstag, 22 August 2017
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Eutin. Landrat Reinhard Sager will eine neue Initiative zur Stärkung der Gesundheitswirtschaft in Ostholstein starten. In Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein sollen vorhandene Potenziale für die Wirtschaftsentwicklung genutzt werden. „Ziel der Initiative ist es vor allem, Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen. Der Bevölkerung sollen aber neben dem wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus auch alternative Beschäftigungs­möglichkeiten geboten werden“, erklärte Sager heute gegenüber Pressevertretern im Gewerbezentrum. Hierzu gehöre unter anderem die Einrichtung eines Arbeitskreises mit Klinikvertretern. Unter Federführung der Entwicklungsgesellschaft sollen hier gemeinsam neue Angebote im gesundheitstouristischen Bereich erarbeitet werden. Es sei aber auch geplant, so der ostholsteinische Landrat, die Themen betreutes Wohnen, Medizintechnik und den Wellness- und Kurbereich intensiver zu beleuchten.

Hintergrund für die Initiative sind die in den nächsten Jahren zu erwartende tiefgreifende Veränderungsprozesse im Gesundheitswesen. Ausgelöst werden diese durch veränderte Rahmenbedingungen im akutstationären Bereich und bei den Sozialversicherungen sowie durch die demographische Entwicklung der Bevölkerung. Landrat Sager: „Veränderte Rahmenbedingungen sind zwar einerseits ein Risiko für den Wirtschaftsfaktor Gesundheitswesen. Andererseits bieten sie aber auch die Chance, durch neue und verbesserte Angebote den jeweiligen lokalen Markt zu stärken. Je eher wir uns hiermit beschäftigen, umso besser.“

Die Entwicklungsmöglichkeiten der Gesundheitswirtschaft in Ostholstein sollen daher - thematisch unterteilt – genauer untersucht werden. Zu den vier Handlungsfeldern gehören Krankhäuser und Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, Alten- und Pflegeheime und betreutes Wohnen, die Medizintechnik sowie der Wellness- und Kurbereich.

So wird ein unter der Federführung der Entwicklungsgesellschaft geplanter Arbeitskreis mit Klinikvertretern neue Angebote im gesundheitstouristischen Bereich entwickeln. Der Kreis Ostholstein ist überproportional mit Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft ausgestattet, die für die Region eine herausragende Bedeutung haben.

Als inzwischen zunehmend beliebter und etablierter Standort für die Ruhestandswanderung sollen in Ostholstein zukünftig aber auch neue Pflegeeinrichtungen gefördert werden. Hier stellt sich vor allem die Frage, ob durch eine weitere Ansiedlung von Einrichtungen des betreuten Wohnens positive ökonomische Effekte für die Region entstehen können. Eine in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium geplante Studie soll hierüber detailliertere Erkenntnisse liefern.

Zu Nutzung der vorhandenen Potenziale im Bereich der Medizintechnik will die Entwicklungsgesellschaft außerdem Gewerbegebiete gezielter vermarkten. So sollen für das Gewerbegebiet Stockelsdorf und weitere vorgesehene Gewerbegebiete im Lübecker Umland verstärkt Unternehmen dieser Branche angesprochen werden.

Und auch der an Bedeutung gewinnende Wellness- und Kurbereich soll aktiver unterstützt und koordiniert werden. Hier ist geplant, bestehende Angebote und Aktivitäten der Region in die Projekte „Gesundheitsregion Holsteinische Schweiz“ und „Saisonalität“ einzubinden. Beide Projekte sind im Rahmen des Tourismusentwicklungskonzept Ostholstein Plön erarbeitet worden.

Hintergrund:

Alten- und Pflegeheime, betreutes Wohnen
Ostholstein ist ein beliebter und etablierter Standort für die Ruhestandswanderung. Hierdurch erhöht sich mit einer zeitlichen Verzögerung auch die Nachfrage nach Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft, wie Einrichtungen des betreuten Wohnens und Pflegeheime. Dieses führt zu zusätzlichen Erwerbsmöglichkeiten für die jüngeren Bevölkerungsgruppen des Kreises. Insgesamt befindet sich derzeit das gesamte Handlungsfeld in einer äußerst dynamischen Entwicklung. Auch durch die immer höhere Altersentwicklung der Deutschen wird sich dieser Markt in Zukunft weiter positiv entwickeln.

Krankenhäuser, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen
Der Kreis Ostholstein beherbergt zur Zeit 15 Krankenhäuser und 21 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen mit zusammen 4.627 Betten. In den Kliniken werden so gut wie alle Fachrichtungen angeboten. Insgesamt ist festzustellen, dass Ostholstein eine sehr gute Positionierung im Bereich der Krankenhäuser und Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen besitzt. Die vorhandenen Kapazitäten liegen über dem regionalen Bedarf.

Medizintechnik
Deutschland ist nicht nur der wichtigste Gesundheitsmarkt in Europas, hier werden auch 24 Prozent der europäischen Medizintechnik erwirtschaftet. In Schleswig-Holstein – dem Zentrum der deutschen Gesundheitswirtschaft - arbeiten rund 200 Unternehmen mit knapp 10.000 Beschäftigten in der Medizintechnik. Allein im Großraum Lübeck sind rund 3.500 Menschen in medizintechnischen Unternehmen beschäftigt.

Wellness und Kur
Nach Erhebungen und Analysen der TUI-Marktforschung wurden im Touristikjahr 1998/99 rund 780.000 Wellness-Reisen mit einer Dauer von mehr als fünf Tagen über Veranstalter gebucht. In der Reihenfolge des Wellness-Branchenführers TUI-Vital ist die Destination „Deutschland“ am gefragtesten, noch vor Spanien und Tunesien.

Autor: Pressesprecherin, 24.06.2003 
Quelle: Kreis Ostholstein