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Dienstag, 25 April 2017
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13. Tätigkeitsbericht
der Gleichstellungsbeauftragten


Arbeitsschwerpunkte 2002

Schwerpunktaufgaben im Überblick

  • Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen und Erwerbsmöglichkeiten für Frauen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Beirat für frauenpolitisch Tätige
  • Förderung von Frauenprojekten
  • Beratung für Frauen
  • Mitarbeit in Arbeitskreisen von Gleichstellungsbeauftragten
  • Aktivitäten zur Verbesserung der Arbeitssituation von Mitarbeiterinnen des Kreises
  • Ausblick und Fazit

 

Gemäss §5 Abs.3 Satz 2 der Hauptsatzung des Kreises Ostholstein legt die Gleichstellungsbeauftragte (GB) den Bericht über ihre geleistete Arbeit für das Kalenderjahr 2002 vor.

Der Tätigkeitsbericht basiert auf den Angaben der Produktbeschreibung und des Produktberichtes des Produktes „ GB.01 Gleichstellungsarbeit für Frauen“.

 

Im Folgenden werden die Arbeitsschwerpunkte zusammengefasst.

 

Im Rahmen der Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen und Erwerbsmöglichkeiten für Frauen wurde 2001 eine Machbarkeitsstudie erarbeitet mit dem Ziel, innerhalb eines Frauenprojektes Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen.  Nach der Projektidee sollen Existenzgründerinnen auf einem Kreativhof durch handwerkliche Gewerbe und ein gastronomisches Angebot einen touristischen Anlaufpunkt schaffen. Die Gemeinden Ratekau und Timmendorfer Strand hatten im Zuge ihrer Entwicklungsinitiative „Land und Strand“ die Projektidee aufgegriffen und im Berichtszeitraum eine vertiefende Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Der Studie zufolge muss das vorhandene Konzept insbesondere im Hinblick auf die Zielgruppengenauigkeit und das gastronomische Angebot überarbeitet und weiterentwickelt werden. Viele der zunächst durch die Informationsveranstaltungen gewonnenen Interessentinnen für dieses Projekt hatten sich aufgrund der unsicheren finanziellen Fördermöglichkeiten zurückgezogen, so dass das Projekt zunächst von den Gemeinden in dieser Form nicht weiterverfolgt worden ist.

Eine Interessentin plant, das Konzept für ein Reiterhofprojekt für behinderte Kinder im Kreisgebiet zu übernehmen. Da sie selbst als Investorin auftritt, kann das Projekt auch ohne öffentliche Gelder durchgeführt werden. Durch das zusätzliche Angebot eines Reiterhofes können die Bedenken der vertiefenden Machbarkeitsstudie ausgeräumt werden, so dass dieses Konzept sehr erfolgversprechend ist.

Seit 1995 hat die GB regelmäßig Seminare, Informationsveranstaltungen und zeitweise einen Stammtisch für Existenzgründerinnen angeboten. Das letzte Seminar wurde in Zusammenarbeit mit dem Frauennetzwerk zur Arbeitssituation aus Kiel im November 2001 in Eutin angeboten. Im Berichtszeitraum hat die GB eine Pressekonferenz mit dem Frauennetzwerk organisiert, um deren neues Internet – Angebot www.fexinet.de zu unterstützen. Dieses neue Hilfs - und Beratungsangebot für Existenzgründerinnen ist besonders für Frauen in einem Flächenkreis wie Ostholstein eine gute Vorbereitung und Ergänzung zu persönlichen Beratungsterminen und Seminaren. Nach der Pressepräsentation wurden diese Internetseiten besonders häufig aufgerufen und als sehr hilfreich bewertet.


Um Qualifizierungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Frauen zu unterstützen, arbeitete die Gleichstellungsbeauftragte weiterhin mit im

  • Regionalbeirat als stellvertretendes Mitglied, ,jährlich wechselnd mit der GB der Hansestadt Lübeck, Elke Sasse und im 
  • Beirat Frau und Beruf, der die Lübecker Weiterbildungsberatungsstelle Frau und  Beruf unterstützt, die auch in Ostholstein Beratungstermine anbietet.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit  wurden folgende Veranstaltungen organisiert und Informationsschriften herausgegeben :

  • „Kinder und die Zukunft der Familie“ – Vortrag mit Prof. Dr. Peter Struck in Zusammenarbeit mit dem Kreislandfrauenverband und dem Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Lensahn (125 Tln.)
  • „Kassandra“ – Aufführung des Turmalin-Theaters nach einem Roman von Christa Wolf anlässlich des Internationalen Frauentages, in Zusammenarbeit mit der Kreisbibliothek und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Eutin (125 Tln.)
  • „Kostbarkeiten des Kabarettchansons“ – Sketche und Chansons aus den Zwanziger bis in die Fünfziger Jahre mit Gerlinde Kempendorff  in Zusammenarbeit mit der Kreisbibliothek  (125Tln.
  • „Geringfügige Beschäftigung“ -  Herausgabe der 2. Auflage der Informationsbroschüre über die Arbeitsverhältnisse bis 325 Euro von der Landesarbeitsgemeinschaft der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten in Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen Frau und Beruf Storman und Lübeck (Abnahme und Verteilung von 175 Exemplaren)
  • „Käthe, meine Mutter“ – Lesung von Dr. Marianne Krüll in Kooperation mit der Kreisbibliothek, der Volkshochschule Eutin und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Eutin ( 30 Tln. )
  • „Mütter und Töchter - eine schwierige Beziehung“ – Seminar mit Dr. Marianne Krüll in Kooperation mit der Volkshochschule Eutin und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Eutin ( 10 Tln.)
  • „Online - Coaching für Existenzgründerinnen“ – Organisation und Durchführung einer Pressekonferenz zur Präsentation eines landesweiten Projektes des Frauennetzwerks zur Arbeitssituation in Kiel
  • „Brustkrebs – Früherkennung ist der beste Schutz“ - Organisation und Durchführung einer Pressekonferenz zum Themenabend und verschiedenen Seminaren der Betriebskrankenkasse Dräger in der Ostholstein-Klinik Eutin
  • „Wer schlägt, der geht “ - Informationsveranstaltung und Ausstellung zum Gewaltschutzgesetz, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen - Eine Zusammenarbeit mit dem Ev. Frauenwerk Eutin, der ev. Kirchengemeinde Ratekau, dem Notruf Eutin, dem Frauenhaus Ostholstein und den Gleichstellungsbeauftragten aus Eutin und Ratekau (35 Tln.)

Insgesamt haben wir mit den hier genannten Veranstaltungen 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht, mit den Brustkrebsveranstaltungen sind es 630 Personen. Zusätzlich wurden die genannten 175 Broschüren und weitere Informationsschriften an Institutionen und an Einzelpersonen verteilt. Weiterhin wurden im Berichtszeitraum verschiedene Pressemeldungen herausgegeben und veröffentlicht.

 

Im Aufgabenbereich Beratung für Frauen wurden 195 Einzelberatungsgespräche mit ratsuchenden Frauen gezählt.

 

Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der 6 Sitzungen des Beirats für frauenpolitisch Tätige erfolgte durch die Vorsitzende in Zusammenarbeit mit den GB´s. Eine GB arbeitete in einer neu gegründeten Arbeitsgruppe des Beirats mit, die über das Leben bedeutender Frauen aus der Geschichte Ostholsteins recherchiert. Ziel ist es, darüber einen Kalender und evtl. eine Ausstellung zu erstellen. Eine GB arbeitete in der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Girls Day´s am 8. Mai 2003 mit (s. Ausblick).

Durch die Bereitstellung der Haushaltsmittel zur Förderung von Frauenprojekten erhielten der Verein „Frauenräume“ in Neustadt, der „Notruf“ in Eutin und die  Beratungsstelle „Frau und Beruf“ aus Lübeck  wie in den Vorjahren einen Zuschuss aus Kreismitteln. So konnte der Standard der Frauenprojekte und damit auch der Schwangerenkonfliktberatung erhalten werden. Das Frauenhaus Ostholstein wurde über das Finanzausgleichsgesetz finanziert.

Zu den Aufgaben der Gleichstellungsstelle gehörte die Betreuung und Beratung der Frauenprojekte und die verwaltungstechnische Abwicklung der entsprechenden Zuschüsse des Kreises.

 

Die Mitarbeit in Arbeitskreisen der Gleichstellungsbeauftragten erfolgte in :

  • 4 Sitzungen des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Ostholstein
  • 3 Sitzungen der Regionalgruppen und 4 Vollversammlungen der Landesarbeitsgemeinschaft der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten in Schleswig-Holstein(LAG)
  • 8 Sitzungen des Arbeitskreises der Sprecherinnen der LAG bis September
  • 2 Sitzungen des Koordinierungsbeirats der Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen und der Landesbehörden
  • 2 Sitzungen des LAG-Arbeitskreises Gender Mainstreaming

 

Im September 2002 endete die zweijährige Wahlzeit der einen GB als eine von fünf Landessprecherinnen. Bis dahin hat die GB verantwortlich an folgenden Schwerpunktthemen auf LAG-Ebene mitgearbeitet:

  • Durchführung einer landesweiten Kampagne zur geschlechtergerechten Familienpolitik für 2002
  • Vorbereitung der Umsetzung von Gender Mainstreaming auf kommunaler Ebene: Einbindung der Kommunalen Spitzenverbände und Vorbereitung einer Tagung für die Leitenden Verwaltungsbeamten in den Kommunen im Dezember 2002
  • Änderung der Kommunalverfassung im Hinblick auf eine verbesserte Absicherung des Abwahlmodus der GB´s und ein Widerspruchsrecht bei Personalentscheidungen
  • Auf den Vollversammlungen wurden als Tagungsthemen insbesondere das Gewaltschutzgesetz und das Wegweisungsrecht (Hausverbot für gewalttätige Partner) und damit zusammenhängend die Änderung der Landes-Richtlinien zur Förderung von Frauenberatungsstellen, die Änderung der Kommunalverfassung, die Vorschläge der Hartz-Kommission, die Pisa-Studie, Frauengesundheit und Verlässliche Halbtagsschule diskutiert.
  • Auf der Bundeskonferenz der kommunalen GB´s in Berlin wurden einige zentrale Standpunkte und Forderungen zur Frauenpolitik, Familienpolitik, insbesondere auch zu Steuern, Altersvorsorge, Gesundheit und Chancengleichheit im Arbeitsleben verabschiedet und an die Bundesregierung weitergeleitet.

 

Zu den Aktivitäten zur Verbesserung der Arbeitssituation von Mitarbeiterinnen des Kreises gehörte überwiegend die Mitwirkung bei Personalentscheidungen, insbesondere bei Personalauswahlverfahren. Bei dieser sehr zeitintensiven Aufgabe ging es hauptsächlich um die Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes und des Frauenförderplans.

Eine GB ist bis Juni 2002 Mitglied in einer internen Arbeitsgruppe gewesen, die eine  Machbarkeitsstudie zur Einführung von Telearbeitsplätzen in der Kreisverwaltung durchgeführt hat. Im Ergebnis sollen in 2003 erstmalig in einer Erprobungsphase zunächst 2-3 Beschäftigte Heimarbeit am PC durchführen können.


 

Die GB nimmt an folgenden Sitzungen teil und hat damit auch u.a. die Veränderung der Aufbauorganisation der Kreisverwaltung begleitet :

  • Dezernentenkonferenz
  • Gesprächsrunde mit Hauptamtsleiter und Leiterin Personalabteilung
  • Verschiedene Ausschusssitzungen
  • Informeller Stammtisch für weibliche Führungskräfte

 

Die Produktbeschreibungen und das interne Berichtswesen der GB wurden überarbeitet und der Tätigkeitsbericht erstellt und vorgestellt.

Eine GB  hat am Seminar Excel 2000 teilgenommen.

 

Ausblick und Fazit

Im Berichtszeitraum wurde bereits intensiv an den Vorbereitungen für die geplanten Projekte für 2003 gearbeitet:

  • Anlässlich des Internationalen Frauentages wurde das kabarettistische Solo-Programm „Rache“ von und mit Lisa Politt für den 1. März fest gebucht und organisiert.
  • In 003 wird die Gleichstellungsstelle in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe des Frauenpolischen Beirats in Eutin eine Kampagne zum „Girls Day“ ins Leben rufen. Am 8. Mai werden bundesweit vor allem technische Betriebe und Hochschulen Schülerinnen der Klassen 5-10 Einblicke in die Arbeitswelt ermöglichen. Mädchen sollen dadurch für eine qualifizierte Berufstätigkeit auch in derzeit frauenuntypischen

Berufsfeldern ermutigt werden.

  • Ein Seminar für Existenzgründerinnen wurde für den 9.und 10. Mai aufgrund der guten Nachfrage wieder in Eutin organisiert.
  • Wie in den Vorjahren wird es auch wieder eine Veranstaltung zum internationalen Tag gegen Gewalt am 25. November geben; angedacht ist ein Vortrag über die Situation von Frauen in Afghanistan am Beispiel eines Krankenhausprojektes.
  • In der 2. Jahreshälfte will die Arbeitsgemeinschaft der GB´s in Ostholstein eine Seminarreihe für politisch und gesellschaftlich engagierte Frauen anbieten.
  • In der 2. Jahreshälfte soll auch der Wegweiser für Frauen in Ostholstein als Broschüre und erstmalig auch online neu aufgelegt werden – auch dieses Projekt wurde aufgrund der großen Nachfrage aufgenommen.

 

Neben der guten Akzeptanz der frauenpolitisch kulturellen Arbeit hat der Bereich Frauenarbeit im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung gewonnen. Diese Tendenz zeigt sich in der Beratung bei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bei Existenzgründerinnen.

Durch Veranstaltungen, Broschüren, Pressearbeit, Beratungen, Verwaltungs- und Selbstverwaltungsarbeit wurden insgesamt eine große Anzahl von Einwohnerinnen und Einwohnern erreicht. Statistische Zahlen und positive Rückmeldungen zeigen, dass die verschiedenen Angebote gut genutzt werden und dass die Gb´s in ihrer Arbeit von vielen geschätzt werden. Dies gilt einmal für Einzelne, die die Angebote wahrnehmen. Dies gilt aber auch für die unterschiedlichsten Institutionen, mit denen  eine fruchtbare Zusammenarbeit aufgebaut wurde. 

Es soll auch im nächsten Jahr weiter versucht werden, den frauenpolitischen Handlungsbedarf in vielen gesellschaftlichen Bereichen im Rahmen der Möglichkeiten aufzugreifen auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit.