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Mittwoch, 28 Juni 2017
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Eutin. Der elfte Kulturpreis des Kreises Ostholstein wurde heute (14. Dezember) im Rahmen einer festlichen Feierstunde im Ostholstein-Museum an den Keramiker Jan Kollwitz aus Cismar und den Förderverein für Heimatmuseum und Kultur in Heiligenhafen verliehen. Nach der Eröffnung durch Kreispräsident Joachim Wegener würdigte Landrat Reinhard Sager die beiden Preisträger und hob die Bedeutung der kulturellen Vielfalt für die Region hervor. Der Abend wurde musikalisch durch das Querflötentrio „Deniz“ der Kreismusikschule umrahmt.
 
Mit dem im Jahre 1991 erstmalig verliehenen Kulturpreis möchte der Kreis Ostholstein die Arbeit der Kulturschaffenden regelmäßig würdigen und anerkennen. Das Kuratorium der Stiftung zur Förderung der Kultur und der Erwachsenenbildung in Ostholstein hat den mit 2.500 Euro dotierten Kulturpreis auch diesmal geteilt. 
  

Jan Kollwitz

Seine Laufbahn als Keramiker begann Jan Kollwitz 1983. Nachdem er eine Lehre bei dem berühmten Keramiker Horst Kerstan in Kandern abgeschlossen hatte, setzte er seine Ausbildung in Japan fort. Hier wurde der Schüler des Keramikermeisters Yutaka Nakamura und knüpfte auch wichtige Kontakte zu dessen Kollegen Kazu Yamada.   Die in Japan gemachten Erfahrungen setzt der Künstler seit 1988 konsequent und ganz im Sinne der japanischen Töpfertradition in seinen Keramiken um – abseits aller künstlerischen Modeerscheinungen und Zeitströmungen. In seiner Töpferwerkstatt im alten Pastoratsgebäude in Cismar hat er sich von dem berühmten japanischen Ofenbaumeister Watanabe Tatsuo eigens einen Anagama-Holzbrennofen aufbauen lassen.

Jan Kollwitz hat es geschafft in den Kernbereich der japanischen Kultur vorzudringen, was keinesfalls selbstverständlich ist. Die Ergebnisse dieser Prozesse jedoch, die Keramiken von unterschiedlicher Form und Farbgebung, zeigen, dass es ihm dabei erfolgreich gelungen ist, in die strenge japanische Keramiktradition individuelle Arbeitserfahrungen und seine persönliche Note einzuflechten.   Herr Kollwitz hat sich sehr um die Kunst und ihr Ansehen hier in Ostholstein verdient gemacht. Davon zeugen nicht nur zwei vielbeachtete Ausstellungen im Ostholstein-Museum in den Jahren 2001 und 2008, sondern auch viele weitere Ausstellungen und Auszeichnungen in den vergangenen Jahren.

Durch seine ganz auf das künstlerische Schaffen ausgerichtete Arbeit hat er in Ostholstein nicht nur die traditionsreiche japanische Keramikkunst etabliert, sondern auch neue Maßstäbe in dieser künstlerischen Richtung gesetzt.

Förderverein für Heimatmuseum und Kultur e. V.

Der rund 200 Mitglieder zählende Förderverein für Heimatmuseum und Kultur e. V., Heiligenhafen blickt auf eine 30-jährige Geschichte zurück. Er nannte sich zunächst „Verein zur Förderung des Carl-Bültje-Museums e. V.“ und widmete sich hauptsächlich der Unterstützung des Carl-Bültje-Museums, das bereits im Jahre 1955 eröffnet werden konnte. Im Jahre 1992 konnte dann das neue „Heimatmuseum“ in Heiligenhafen eröffnet werden. Mit dem Umzug in den Thulboden 11 und der Umbenennung des Museums wurde auch der Name des Fördervereins verändert. 

Die Vorstandsmitglieder und die Mitglieder des Vereins kooperieren mit der Leitung des Heimatmuseums auf allen Ebenen und in allen Tätigkeitsfeldern. Hierzu gehören sowohl ein ehrenamtliche Museumsdienst, finanzielle und persönliche Hilfen bei Ausstellungen, Ausstellungseröffnungen, Führungen, museumspädagogische Aktivitäten und Neuerwerbungen. Die Mitgestaltung des internationalen Museumstages, der Museumsnacht und der bekannten und erfolgreichen Kult(o)urnacht Heiligenhafen sind weitere wichtige Tätigkeitsfelder des Vereins. Im Winterhalbjahr veranstaltet der Verein Lesungen, Vorträge und Konzerte im Museum unter dem Titel „Winterabende im Heimatmuseum“. Ganzjährig arbeitet der Verein an der Digitalisierung alter Dokumente. Eines der neueren Projekte des Vereins ist der Film mit der Thematik „Heiligenhafen einst und jetzt“.

In den vielen vergangenen Jahren haben sich die Verantwortlichen des Vereines durch ihr Wirken ganz wesentlich an der Belebung des kulturellen Angebotes der Stadt beteiligt. Sie stellen damit nicht nur ein sehr positiv belebendes Element im Zusammenleben der Bürger in Heiligenhafen dar, sondern sie leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung ihrer Stadt, für die Menschen in und um Heiligenhafen und auch für den Tourismus der Region. Ihr ehrenamtlicher Beitrag hat maßgeblichen Anteil an dem Erfolg des Heimatmuseums.

Bisherige Kulturpreisträger

Der Kulturpreis wird alle zwei Jahre verliehen. Preisträger waren bisher  


1991 - Heimatforscher Georg Laage, Burg a. F., und Heimatforscher Otto Rönnpag, Timmendorfer Strand
 
1993 -  Komponist Birger Petersen und der Theaterverein "De fidelen Süseler"
 
1995 -  Heimatforscher und Museumsleiter Johannes Hugo Koch aus Neustadt in Holstein und das Kreiskammerorchester Ostholstein
 
1997 -  Malerin Prof. Dr. Barbara Camilla Tucholski aus Oevelgönne und Bildhauer Pierre Schumann aus Sagau
 
1999 -  Circus Tortellini und der Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn e.V.
 
2001 -  Musikgruppe Timmerhorst aus Haffkrug und die Gründerin und langjährige Vorsitzende des gemeinnützigen Fördervereins „Musikwerkstatt Ostholstein e.V.“, Frau Christa Bergholter, aus Heiligenhafen
 
2003 -  Blasorchester Lensahn und die Kindergesangsgruppe „Die jungen Hanseaten“ aus Stockelsdorf
 
2005 -  Stiftung Oldenburger Wall aus Oldenburg in Holstein und die Eheleute Heikedine Körting-Beurmann und Prof. Dr. Andreas E. Beurmann aus Hasselburg
 
2007 -   Förderverein Dorfmuseum Schönwalde und das Ensemble Musica Floreat.
 
2009 -   „Haus der Natur – Cismar“ und der Ausstellungsgemeinschaft Neustadt 
 

Autor: Die Pressesprecherin, 14.12.2011 
Quelle: Kreis Ostholstein