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Sonntag, 19 November 2017
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Bad Oldesloe / Eutin. Die Kreistage der Kreise Herzogtum Lauenburg, Ostholstein und Stormarn haben in ihren Dezember-Sitzungen beschlossen, ihre gesetzlich übertragenen Aufgaben als Träger des Rettungsdienstes, des Brandschutzes sowie im Rahmen der Katastrophenabwehr ab 2012  gemeinsam in der  Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe wahrzunehmen.
 
Mit der Unterzeichnung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung überträgt nun auch der Kreis Ostholstein diese Aufgaben auf den Kreis Stormarn, nachdem es bereits 2006 zum Zusammenschluss der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg gekommen war.
 
Der Kreis Ostholstein verfolgt seit längerem das Ziel, mit anderen Kommunen eine gemeinsame Leitstelle zu betreiben, weil eine Erneuerung der eigenen Leitstellentechnik in einiger Zeit notwendig sein wird und durch den Zusammenschluss Einsparungen bei den Betriebskosten und bei den Kosten des Digitalfunks möglich werden. Die beim Kreis Ostholstein beschäftigten Mitarbeiter können im Rahmen des Betriebsüberganges zum Kreis Stormarn wechseln. Die eingesetzten Mitarbeiter der Organisationen kehren zu ihren Hilfeleistungsorganisationen zurück. 
 
Der Zusammenschluss der IRLS mit der Ostholsteiner Leitstelle wird baulich mit einem insgesamt geringen Aufwand in den bisherigen Räumen der Oldesloer Leitstelle möglich sein. Die Kosten des Umbaus in Höhe von ca. 100.000 Euro trägt der Kreis Ostholstein. Ebenso die Kosten für die technische Ausstattung in Höhe von 470.000 Euro.
 
“Sowohl räumlich als auch technisch ist hier in Stormarn alles vorhanden, um den gemeinsamen Betrieb auf dem dafür erforderlichen Niveau leisten zu können. Warum sollten wir also gemeinsam nach Lübeck umziehen, wenn dort die Voraussetzungen nur mit höchstem finanziellem Aufwand geschaffen werden könnten. Dieser Zusammenschluss ist ein gutes Beispiel dafür, wie Kreise auch ohne Gebietsreformen oder Anordnung von oben zusammenarbeiten und Geld sparen können“, erklärte Stormarns Landrat Klaus Plöger.
 
Der Lauenburgische Landrat Gerd Krämer schloss sich den Ausführungen seines Stormarner Kollegen an. „Der Zusammenschluss vor sechs Jahren war richtig und die Zusammenarbeit ist erfolgreich.“ Eine Absage erteilte Krämer den Wünschen des Landes Schleswig-Holstein nach einer sogenannten „bunten“ Leitstelle, also einer gemeinsamen Leitstelle von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. „Dieses Modell hatten wir bereits vor sechs Jahren geprüft und festgestellt, dass es für die Kreise teuerer wird als heute. Und auch jetzt ist das Land nicht in der Lage, belastbare Zahlen vorzulegen.“ 
  
Landrat Reinhard Sager äußerte sich zuversichtlich, dass auch zukünftig für den Kreis Ostholstein die Aufgaben wie bisher wahrgenommen werden. „Wurde bisher die Leitstelle von zwei Kreisen erfolgreich betrieben, werden dies zukünftig drei Kreise tun. Zufrieden bin ich darüber, dass die Kreise selbst diese Kooperation angestrebt und erreicht haben. Mit vergleichsweise geringen Mitteln und ohne den üblichen Personalabbau wird der Aufgabenübergang möglich sein. In der neuen IRLS werden, nach einer Übergangsphase, dauerhaft 28 Planstellen bereitgestellt. Dies entspricht einer Einsparung von 2,5 Planstellen gegenüber dem Personalbedarf in den bisherigen Leitstellen.
 
Der vorgesehene Wechsel von analoger zu digitaler Übertragungstechnik würde normalerweise voraussichtlich zu Kosten von 250.000 Euro je Leitstelle führen. Durch die Zusammenlegung fallen nur noch einmal 250.000 Euro an und die Kosten reduzieren sich damit auf rund ein Drittel der Kosten pro Kreis.
 
Die Kosten für den Betrieb der bisherigen Leiststellen verringern sich im Jahr 2012 durch den gemeinsamen Betrieb außerdem um rd. 293.000 Euro. Die Berechnung der auf die Kreise entfallenden Beträge der Gesamtkosten in Höhe von rd. 942.000 Euro erfolgt nach einem Verteilerschlüssel, der sich an den Einwohnerzahlen der Kreise orientiert. Danach tragen der Kreis Ostholstein 33%, der Kreis Herzogtum Lauenburg 30% und der Kreis Stormarn 37 % dieser Kosten.
 
Insgesamt kann festgestellt werden, dass durch den Zusammenschluss der beiden Leistellen weitere Synergien genutzt werden. Aufgrund der personellen und technischen Ausstattung wird in einem größeren Zuständigkeitsbereich eine professionelle Aufgabenwahrnehmung erfolgen, ohne dass es dafür erheblicher Investitions- oder Betriebskostensteigerungen bedarf.
 
Betriebsstart wird voraussichtlich der 1. Oktober 2012 sein.
Autor: Die Pressesprecherin, 21.12.2011 
Quelle: Kreis Ostholstein / Kreis Stormarn / Kreis Herzogtum Lauenburg