Hilfsnavigation
Volltextsuche
Samstag, 22 Juli 2017
Seiteninhalt

Eutin. MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) und andere multiresistente Keime breiten sich in den vergangenen Jahren immer weiter aus, stellen eine Gefahr für abwehrgeschwächte Menschen dar und vergeuden zugleich wertvolle Ressourcen im Gesundheitswesen. Vor diesem Hintergrund verpflichteten sich heute (21. März) das LADR GmbH MVZ Plön (Laborärztliche Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung, Medizinisches Versorgungszentrum), die August-Bier-Klinik Malente, das DRK-Krankenhaus Middelburg, das Gesundheitsnetz östliches Holstein Management GmbH (GöH), das Sankt-Elisabeth-Krankenhaus Eutin, die Sana Kliniken Ostholstein und der Fachdienst Gesundheit des Kreises Ostholstein noch enger als bisher zusammenzuarbeiten und gemeinsam herausgestellte Standards bindend zu übernehmen.
 
Die neue Kooperationsvereinbarung hält jetzt schriftlich fest, was in dem bereits seit 2009 bestehenden MRSA (MRE)–Netzwerk östliches Holstein von den beteiligten Institutionen erarbeitet wurde. Entstanden ist ein Qualitätsverbund mit dem Ziel, multiresistente Erreger und andere Problemkeime in der Region langfristig zu verringern. Erreicht werden soll dies mit Hilfe abgestimmter Hygiene – und Qualitätsstandards bei der Betreuung von Patienten. Ein konsequentes und abgestimmtes System der Kommunikation und Qualifizierung ist hierbei für die Kooperationspartner eine unverzichtbare Voraussetzung des Zusammenwirkens im Netzwerk. Die von Anfang an enge Einbindung des Fachdienstes Gesundheit des Kreises Ostholstein garantiert dabei den kontinuierlichen Abgleich mit den gesetzlichen Vorgaben und Erfordernissen des regionalen Gesundheitswesens.
 
In der Vernetzung unterstützen sich die Kooperationspartner außerdem untereinander bei der konsequenten Umsetzung von Hygienemaßnahmen und Infektionstherapie auf neuestem wissenschaftlichem Stand. Durch Einbindung der ambulanten Versorgungsstrukturen können auch die Nachsorge und Prävention optimiert werden. Ganz konkret können zum Beispiel augenfällige Kampagnen wie die „Aktion saubere Hände“ helfen, jeden, der sich im Krankenhaus aufhält, an eine konsequente Händedesinfektion zu erinnern.
 
Zielsetzung ist aber auch die Aufstellung von hygienischen Mindestanforderungen an den Bau und die Ausstattung des operativen Betriebs von betroffenen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe. Sie sollen gleichermaßen - wie eine ausreichende personelle Ausstattung mit Hygienefachkräften, Krankenhaushygienikern oder Hygienebeauftragten - helfen, die Ausbreitung der Problemkeime einzudämmen.
 
Die jetzt bestehende Kooperation nimmt gerne weitere Partner aus dem Gesundheitssektor auf. 
 
Der Kooperationspartner „Gesundheitsnetz östliches Holstein Management GmbH (GöH)“  ist eine Gesellschaft im paritätischen Besitz von niedergelassenen Ärzten und den Sana Kliniken Ostholstein. Die GöH setzt sich die Verbesserung der regionalen Versorgung durch die Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen zum Ziel und unterstützt das MRE-Netzwerk bei der Koordination der verschiedenen Leistungserbringer (Krankenhäuser, niedergelassenen Ärzte, Pflegeeinrichtungen). 

Hintergrund:

Seit 2009 gibt es bereits das überregional arbeitende MRSA(MRE)-Netzwerk östliches Holstein, in dem sich Vertreter von Institutionen, die an der medizinisch-pflegerischen Versorgung der Menschen in der Region beteiligt sind, zusammengeschlossen haben. In den regelmäßigen Treffen des Qualitätszirkels werden Information und Wissen ausgetauscht, über Probleme und Konfliktfelder im Umgang mit multiresistenten Krankheitserregern diskutiert und an Strategien einer besseren und effizienteren Eindämmung der Ausbreitungswege gearbeitet.

Autor: Die Pressesprecherin, 21.03.2012 
Quelle: Kreis Ostholstein