Hilfsnavigation
Volltextsuche
Sonntag, 19 November 2017
Seiteninhalt


Warnsdorf. Der Kreis Ostholstein hat die Anpflanzung von 140 jungen Bäumen alter Obstsorten auf einer Wiese in Warnsdorf als Naturschutzmaßnahme anerkannt und wird sie finanziell unterstützen. Landrat Reinhard Sager zeigte sich heute (19. Juni) bei der Besichtigung beeindruckt: „Die 140 jungen Bäume sind ein toller Anblick. Ich freue mich, dass hier ein außerordentlicher Beitrag für den Naturschutz und das Landschaftsbild von Bürger und Behörde gemeinsam geleistet werden konnte.“
 
Familie Barde als Eigentümerin der Wiese hatte die Idee, auf ihrem etwa zwei Hektar großen Grundstück in Warnsdorf eine Obstwiese anzulegen. Die untere Naturschutzbehörde hat auf Antrag der Bardes für die Anschaffung, Pflanzung und auch die Anfangspflege der Obstgehölze insgesamt 16.501 Euro bewilligt, die aus Ersatzgeldern bezahlt werden.
 
Für die Gemeinde Ratekau ist die Maßnahme auch ein Beitrag zur Umsetzung ihres Landschaftsplanes. Dieser sieht hier eine naturschutzfachliche Aufwertung der landwirtschaftlichen Nutzfläche vor. Die Fläche kann jetzt außerdem von Kindergärten, Schulen oder interessierte Gruppen zum Natur erleben aufgesucht werden. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, wenn Flächeneigentümer hierzu bereit sind“, bedankte sich der Bürgermeister der Gemeinde Ratekau, Thomas Keller, für die Umsetzung.
 
Die Obstwiese ist hervorragend in die Landschaft eingebunden und ergänzt sie. Im Westen grenzen die Ausgleichsflächen des anliegenden Golfplatzes, südlich befindet sich ein Bruchwald mit einem Stillgewässer, ebenso verläuft hier ein Gewässer. Joachim Siebrecht, Leiter des Fachdienstes Naturschutz des Kreises: „Warnsdorf und seine Umgebung wird durch die Maßnahme weiter eingegrünt und belebt. Insgesamt haben solche Obstwiesen zudem eine sehr große Bedeutung als Nahrungs- und Lebensraum insbesondere für Vögel und Insekten.“
 
Die Firma Baumschule „Alte Obstsorten“ lieferte und pflanzte die 140 Hochstämme. Es kam ein ganzer Strauß unterschiedlicher, alter Obstsorten zum Einsatz: neben Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen auch Maronen, Walnüsse, Mispeln und Quitten. Die beeindruckende Vielfalt zeigt sich schon daran, dass allein 85 verschiedene Apfelsorten gepflanzt wurden, darunter so klangvolle Namen, wie Juwel von Kirchwerder, Weigelts Zinszahler und Horneburger Pfannkuchenapfel. Die Fläche darf weder gedüngt noch mit Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt werden. Ein ortsansässiger Landwirt soll zukünftig die Wiese mähen.

Autor: Die Pressesprecherin, 19.06.2012 
Quelle: Kreis Ostholstein