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Herrenhaus Stockelsdorf

Stockelsdorfer Herrenhaus

Die Sanierung des Stockelsdorfer Herrenhauses



Das ehemalige Herrenhaus im Stockelsdorfer "Herrengarten" wurde 1761 von Georg von Lübbers errichtet und 1986 als Kulturdenmal von besonderer Bedeutung ins Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingeragen. Der eingeschossige Backsteinbreitbau verfügt über ein teilausgebautes Krüppelwalmdach sowie zentrale, übergiebelte und zweigeschossige Mittelrisalite. Das Eingangsportal im nordseitigen Mittelrisalit hat einen Sandsteinrahme sowie einen Doppelwappenaufsatz aus Sandstein. In der westseitigen Unterkellerung befindet sich ein gemauertes Tonnengewölbe auf de gesamten Gebäudetiefe.
 
Das in Gemeindeeigentum befindliche Baudenkmal wird bis 1998 zur Unterbringung von Asylsuchenden genutzt. Im Interesse der Erhaltung des für Stockelsdorf einmaligen Herrenhauses haben die Denkmalschutzbehörden wiederholt auf eine Nutzungsänderung hingewirkt. Im Jahr 1999 fällt das Gebäude leer und es können dann Überlegungen für eine Unmutzung angestellt werden.
 
Die Raumaufteilung ist zu Beginn der umfassenden Sanierung im Jahre 2000 gegenüber der ursprünglich barocken Aufteilung erheblich verändert worden. Glücklicherweise ist trotz erheblicher baulicher Veränderungen der umfangreiche Deckenstuck bestehen geblieben.
 

Die Rückführung der ursprünglichen Raumstrukturen entwickelt sich aufgrund des größtenteils intakten Deckenstucks als unproblematisch. Als einen der wesentlichen Eingriffe ist in den 1960-er Jahren unter Aufgabe der Geschossdecke die Geschosstreppe in die Eingangshalle gelegt worden. Die Lage der ursprünglichen Geschosstreppe im westseitigen breiten Mittelflur kann als 2-läufige Treppe mit Podest jedoch noch ermittelt werden. Im Gartensaal als einem der unveränderten Räume erhalten sich barocke Stukkaturen von herausragender Qualität.

Die Umnutzungsüberlegungen der "Stiftung Herrenhaus Stockelsdorf", die sich zur Rettung des Herrenhauses im Herbst 2000 gründet, sieht eine vielschichtige Nutzungskonstellation vor. So sollen im Erdgeschoss ein Restaurant, Räumlichkeiten für Senioren geschaffen werden, im Dachgeschoss ein Bürgersaal, Kunsttherapieräume und eine Wohnung integriert werden. Im Kellergeschoss soll ein kleines Weinrestaurant unterkommen. Trotz der von der Denkmalpflege geäußerten Bedenken wird diese Nutzungsvielfalt letztlich aus Finanzierungsgründen von der Stiftung beibehalten. 

Seit Baubeginn im Jahr 2000 wird sukzessive und unter Beteiligung der Denkmalschutzbehörden die ursprüngliche barocke Raumaufteilung wiederhergestellt, so dass im Frühsommer 2002 die Raumfolgen insbesondere auf der südlichen Gartenseite wieder erlebbar werden. Zusammen mit der fachgerechten Reparatur und Wiederherstellung des Deckenstucks entsteht ein imposanter Eindruck der ehemaligen Bedeutung dieses Herrenhauses.

Die Nutzungsvielfalt macht einen erheblichen technischen Ausbaustandard erforderlich, der aus Sicht der Denkmalpflege problembehaftet ist und nur unter Zurückstellung von Bedenken akzeptiert wird.

Im Sommer 2002 präsentiert sich das Baudenkmal bereits in der Bauphase des Ausbaus. Kurze Zeit darauf wird das Gebäude seiner neuen Bestimmung übegeben.

Im engen Zusammenhang mit der Sanierung des Herrenhauses steht der "Herrengarten", der sich gegenüber dem vorliegenden barocken Gartenplan in einem stark veränderten bis verwahrlosten Zustand befindet. Auf Empfehlung der Denkmalschutzbehörden wurde das Landschaftsarchitektenbüro Brien, Wessels, Werning GmbH mit einer Außenanlagenplanung auf der Grundlage des Barockplans beauftragt. Das Ergebnis ist geeignet, ein adäquates Umfeld für das Stockelsdorfer Herrenhaus unter Zugrundelegung von historischen Bezügen wiedererstehen zu lassen. Insbesondere wird danach das nordseitige Rondell wiederhergestellt.

Südseitig wird 2008 das zweite Rondell vor der Südfassade wiederhergestellt. Ferner soll der achsiale "Gartenkanal" wieder näher an ein zweites Rondell vor der Südfassade herangeführt werden.

Die alte Allee-Verbindung an der Ostseite ins Dorf Stockelsdorf wird auf Initiative der Denkmalpflege wieder als wichtige Achse erkannt und ist in der Planung trotz eingetretener eigentumsrechtlicher Veränderungen als Verbindung zum Ort verankert. Wann allerdings eine Umsetzung dieser Planung aus finanziellen Möglichkeiten realistisch sein wird, ist momentan noch ungewiss.

In 2009 soll bei baulichen Veränderungen innerhalb des Baudenkmals unter anderem ein behindertengerechter Aufzug eingebaut werden.

 

Stand: 17.11.2008