Kreis Ostholstein

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Wirtschaftsstandort Ostholstein:

Der Tourismus ist die tragende
Wirtschaftssäule in Ostholstein
Für den Kreis Ostholstein mit seinen rund 50.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist die Sicherung und Stärkung Ostholsteins als attraktiven Wohn-, Wirtschafts-, Arbeits- und Freizeitstandort ein wichtiges Entwicklungsziel. Struktureinbrüchen werden in Ostholstein mit aktiven wirtschaftsfördernden Maßnahmen begegnet. Mit der Umsetzung aktueller
Konzepte zur Regional- und Tourismusentwicklung
sowie einer modernen Wirtschaftsförderungsstrategie hat der Kreis die Weichen für die Zukunft gestellt.
Statistische Kennzahlen für den Kreis Ostholstein [PDF: 51 KB]
 
 
Dominanter Wirtschaftsfaktor ist - mit einem Anteil von rund 70 Prozent an der Wertschöpfung und rund 68 Prozent der Arbeitsplätze - traditionell der Dienstleistungsbereich, geprägt durch den Tourismus und die Gesundheitswirtschaft. Der Kreis ist Standort von 15 Krankenhäusern, 21 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Einrichtungen der Seniorenbetreuung und -pflege.
 
Blick auf Strandidylle: Strandkörbe und Drachen
Katja Bruns 
© Ostseebäderverband Schleswig-Holstein 
Vom Tourismus als die tragende Wirtschaftssäule in Ostholstein profitieren Handel und Handwerk in erheblicher Weise und haben sich zu stabilen Wirtschaftsfaktoren entwickelt. Insgesamt zählt der Kreis pro Jahr rund 2,6 Millionen Gäste mit rund 14,5 Millionen Übernachtungen. Nach vorsichtigen Schätzungen zieht es Jahr für Jahr sogar rund 27 Millionen Tagesgäste nach Ostholstein. Der Kreis als eine der tourismusintensivsten Regionen Deutschlands hat also eine ganz besondere Verantwortung gegenüber diesem Wirtschaftszweig. Die Sicherung des Tourismus ohne größere Expansion der Beherbergungskapazität ist dabei oberstes Ziel. Im Vordergrund stehen außerdem Saisonverlängerung, ständige Qualitätsverbesserung und der Erhalt der natürlichen Ressourcen zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region. Mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Regionalprogramm des Landes ist es in den letzten Jahren gelungen, auch die touristische Infrastruktur, besonders die Strandpromenaden in den Ostseebädern, grundlegend zu modernisieren.
 
Surfer am Strand
Interessante Potenziale entwickeln sich seit einiger Zeit im Bereich der maritimen Wirtschaft. 10.000 Liegeplätze - davon 6.500 Bootsliegeplätze für größere Yachten in den Häfen von Niendorf, Neustadt, Grömitz, Großenbrode, Heiligenhafen, Lemkenhafen, Orth und Burg auf Fehmarn - sind überragende maritim-touristische Kennzahlen. Die sehr gute Infrastruktur im Bereich des Segelsports und die hervorragende Erreichbarkeit der skandinavischen Segelreviere sind Ausgangspunkt für zukünftige verstärkte Fördermaßnahmen für diesen Wirtschaftsbereich.
 
 
Die Landwirtschaft mit ihren 1.257 Betrieben ist in Ostholstein ebenfalls ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor. 67 Prozent der Fläche des Kreises werden landwirtschaftlich genutzt. Die Böden sind sehr fruchtbar - besonders in den Küstengebieten im Kreisnorden und auf der Insel Fehmarn. Die Erträge in diesen Regionen sind teilweise bis zu einem Drittel höher als im Kreissüden. Angebaut werden Mähdrescher bei der Feldarbeithauptsächlich Gerste, Weizen und Raps.
Die Insel Fehmarn ist ein bevorzugtes Anbaugebiet für Kohl. Speziell der Wirsingkohl gedeiht hier auf besten Böden bei intensiver Pflege und Beobachtung während der gesamten Vegetationsperiode. Ca. 40% bis 50% des Wirsings werden hier auf Deutschlands größtem zusammenhändenden Anbaugebiet erbracht.
Im verarbeitenden Gewerbe, wie der Nahrungs- und Genussmittelindustrie wie zum Beispiel die Schwartauer Werke, der elektrotechnischen und elektronischen Industrie oder der Medizintechnik können 174 Betriebe gezählt werden. Der Anteil des produzierenden Gewerbes in Ostholstein insgesamt beträgt 17 Prozent.
 
Neben einem Gründerservice-Angebot in den Gewerbezentren Eutin und Oldenburg i. H., einem Mittelstandsservice durch Unterstützung der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein in allen unternehmensrelevanten Fragen spielen Qualifizierung und Beschäftigungsförderung ebenfalls eine große Rolle im Kreis. Mit der Erschließung neuer autobahnnaher Gewerbe- und Industriegebiete vorrangig in interkommunaler Zusammenarbeit verfolgen der Kreis und seine Kommunen eine aktive Politik zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Nicht zuletzt gehören zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes aber auch eine vorausschauende Regionalplanung und Kreisentwicklung sowie ein sorgfältiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
Der Kreis setzt sich außerdem zur Zeit intensiv mit den möglichen Folgen des demografischen Wandels auseinander. So wird in etwa 15 Jahren schon mehr als jeder dritte Einwohner Ostholsteins über 60 Jahre alt sein. Hinterfragt wird derzeit vor allem, was diese Veränderungen für das wirtschaftliche und soziale Leben in Ostholstein bedeuten - oder, wie sich die Nachfrage nach altengerecht ausgestatteten Wohnungen oder nach Angeboten des öffentlichen Personennahverkehrs entwickeln wird.