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Datum: 08.05.2011

Neuer Übungsplatz für Feuerwehren eingeweiht


Lensahn. Landrat Reinhard Sager hat heute (8. Mai) gemeinsam mit dem Kreiswehrführer Ralf Thomsen die neue Außenanlage des Feuerwehrübungsplatzes in Lensahn eingeweiht. Den Feuerwehren stünde nun ein an reale Bedingungen und neueste technische Anforderungen angepasster Übungsplatz zur Verfügung, freute sich Landrat Sager. Sowohl der Kreisfeuerwehrverband als auch alle in Ostholstein ansässigen freiwilligen Feuerwehren können den Platz für die praktische Ausbildung nutzen. Aber auch auswärtige Feuerwehren oder andere im Brandschutz tätigen Personen oder Institutionen haben diese Möglichkeit. Der Bau des Übungsplatz mit seinen Außenanlagen wurde durch den Kreis Ostholstein finanziert und hat insgesamt 906.000 Euro gekostet.
 
Die Ausbildung auf dem Übungsplatz ist für die Feuerwehren unter Einhaltungen bestimmter Sicherheitsbestimmungen sach- und fachbezogen möglich. Im Einzelnen sind Stationen für die technische Hilfe, Übungen zum Fördern von Wasser sowie taktisches Vorgehen bei Bränden vorhanden. Eine Besonderheit stellt der Brandübungscontainer dar, in dem unter echten Einsatzbedingungen - mit Feuer und großer Hitze - die Brandbekämpfung in Gebäuden geübt werden kann.
 
Für die gesamte Ausbildungspalette mit mehr als 30 Ausbildungsthemen stehen dem Kreisfeuerwehrverband für die Ausbildung der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren mehr als 70 besonders geschulte Ausbilder zur Verfügung. Die Ausbildung erfolgt überwiegend wochentags in den Abendstunden oder an Wochenenden. Der Dienst als Ausbilder wird zusätzlich zum „normalen“ Dienst in der heimischen Feuerwehr geleistet. Im zurückliegenden Jahr 2010 wurden insgesamt 204 Lehrgänge inklusive 70 Atemschutzübungen mit 2.917 Teilnehmern absolviert. Mit der Fertigstellung des Übungsplatzes ist davon auszugehen, dass diese Zahlen in Zukunft noch steigen werden.
 
Zur Vervollständigung der Anlage ist in absehbarer Zeit ein Anbau mit Atemschutzwerkstatt und zusätzlichem Unterrichtsraum an die bereits bestehende feuerwehrtechnische Zentrale vorgesehen. Hierfür werden schätzungsweise weitere 500.000 Euro aufzuwenden sein. 
 

Hintergrundinformationen:

Als erste überörtliche Einrichtung der Feuerwehren im damaligen Kreis Oldenburg wurde 1952 die Schlauchwäscherei in Lensahn als „Zweckverband Kreisschlauchpflegerei Kreis Oldenburg / Holstein“ in Betrieb genommen. Hauptaufgabe der Schlauchpflegerei war die Reparatur, Pflege und Reinigung der Schläuche. Später kam eine Prüfstation für Atemschutz­geräte hinzu. Hierfür war es erforderlich, einen Anbau an das bestehende Gebäude zu errichten.  

Durch weiter wachsende Aufgaben der freiwilligen Feuerwehren im Kreis Ostholstein wuchsen auch die Anforderungen an die Kreisfeuerwehrzentrale. Neben den zuvor beschriebenen Aufgaben kamen die Atemschutzgerätepflege und Atemschutzübungen hinzu. Im Laufe der Zeit wurde das bestehende Gebäude für die Wahrnehmung der Aufgaben zu klein. Im Jahr 1985 wurde daher beschlossen, in der Bäderstraße in Lensahn ein Grundstück zu erwerben und eine feuerwehrtechnische Zentrale – FTZ – zu  errichten. Bereits 1989 war die Einrichtung fertig und konnte ihren Betrieb aufnehmen. Die Kosten für diese Baumaßnahme belief sich damals auf etwa 8 Millionen Deutsche Mark (rund 4,09 Millionen Euro). Hier waren Werkstatträume mit Geräten und Werkzeugen vorhanden, die dem aktuellen technischen Stand entsprachen. Für die Ausbildung der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren gab es Schulungsräume und eine Atemschutzübungsanlage. Büroräume für den Kreisfeuerwehrverband und die feuerwehrtechnische Zentrale rundeten die Einrichtung ab. 

Nun erhielt der Kreisfeuerwehrverband Ostholstein auch offiziell den Auftrag, die Ausbildung der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren zu übernehmen. Zuvor fand die Atemschutzausbildung in Neustadt in Räumlichkeiten bei der Marine statt. Die Ausbildung der Truppführer wurde bei der Feuerwehr in Oldenburg, die der Maschinisten bei den Feuerwehren in Heiligenhafen, Neustadt und Eutin durchgeführt. Die Sprechfunker hatten keinen festen Ausbildungsplatz und so wurde die Ausbildung bei der Feuerwehr abgehalten, von der die meisten Lehrgangsteilnehmer gestellt wurden. Nach Fertigstellung der feuerwehrtechnischen Zentrale gab es endlich einen zentralen Ort, an dem die Ausbildungen durchgeführt werden konnten.

Mit der Zeit kamen weitere Aufgaben hinzu und das Ausbildungsangebot musste erweitert werden. Das bedeutete, dass auch der Platzbedarf größer wurde und der Umweltschutz mehr in den Vordergrund rückte. Es wurde daher beschlossen, ein Grundstück neben der bisherigen Einrichtung hinzu zu kaufen, um hier einen Übungsplatz zu errichten. 

Autor/in: Die Pressesprecherin
Quelle: Kreis Ostholstein


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