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Mittwoch, 13 Dezember 2017
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03.08.2017

Gemeinsames Tierseuchenkrisenzentrum der Kreise Ostholstein und Plön

Eutin/ Plön. Die Landrätin des Kreises Plön, Stephanie Ladwig, und der ostholsteinische Landrat Reinhard Sager eine Vereinbarung zur Einrichtung eines gemeinsamen Tierseuchenkrisenzentrums unterzeichnet.

Diese sieht vor, dass bei Ausbruch einer Tierseuche die Fachleute beider Kreise zusammenkommen, um alle Bekämpfungsmaßnahmen gemeinsam zu beraten, durchzuführen und weiträumig zu koordinieren. Die nötigen räumlichen und technischen Voraussetzungen für ein solches Krisenzentrum werden in der Kreisverwaltung in Eutin ständig bereitgehalten. Um für den Ernstfall ausreichend gerüstet zu sein, haben beide Kreise neben den genannten Maßnahmen auch regelmäßige gemeinsame Tierseuchenübungen vereinbart.

Wie die jüngste Vergangenheit am Beispiel der Geflügelpest für jedermann erkennbar gezeigt hat, stellen Tierseuchen eine permanente und jederzeit aktuelle Gefahr für unsere heimischen Nutztierbestände dar. Aber auch das Voranschreiten der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa sowie die Verbreitung anderer, ehemals als "exotisch" betrachteter Tierseuchen, beschäftigt in zunehmendem Maß die Veterinärbehörden der Kreise und kreisfreien Städte.

„Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben die Kreise Plön und Ostholstein beschlossen, zukünftig personelle und materielle Kapazitäten der Veterinärbehörden zu bündeln, und so die im Falle einer Tierseuche vorhandenen Kräfte effizienter einzusetzen.“ begrüßt Sager die Festschreibung der Zusammenarbeit der beiden Kreise. Auch Landrätin Ladwig zeigt sich erfreut über die vereinbarte Kooperation: „Bereits seit einigen Jahren funktioniert die Zusammenarbeit zwischen unseren Veterinäraufsichten sehr gut. Diese Vereinbarung stärkt unsere Handlungsfähigkeit in Bezug auf die Herausforderungen der Tierseuchenbekämpfung, denen wir uns auch in Zukunft stellen müssen.“

Bereits anlässlich der im vergangenen Winter grassierenden Geflügelpest zeigte sich die gute Kooperationsfähigkeit der Veterinärbehörden, als die Plöner Veterinäre in der besonderen Situation durch die Ostholsteiner Kollegen unterstützt wurden.

 

Hintergrund:

In der Hauptsache handelt es sich um solche Krankheiten, die besonders in landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen neben dem Leid der betroffenen Tiere zu hohen Verlusten und somit wirtschaftlichen Schäden führen. Gegenüber früheren Zeiten werden gerade landwirtschaftliche Nutztiere heute aber intensiver und über größere Strecken gehandelt und transportiert. Dieses hat zur Folge, dass im Tierseuchenfall die Grenzen eines einzelnen Kreises sehr schnell überschritten werden. Damit müssen auch Bekämpfungsmaßnahmen gegen Tierseuchen heute tendenziell deutlich großflächiger organisiert werden.

Darüber hinaus bestehen neben dem Handel und Transport von Tieren noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, eine Tierseuche durch Personen- und Fahrzeugverkehr weiter zu tragen. Mit zunehmender Mobilität sind auch hier die Wege deutlich vielfältiger geworden.

Deshalb ist bei Feststellung einer Tierseuche sehr schnelles und effizientes Handeln der Veterinärbehörden erforderlich, um die weitere Verschleppung einer Seuche so weit wie möglich zu verhindern. Hierzu sind in erheblichem Maße personelle und materielle Kapazitäten der einzelnen Veterinärbehörden aber auch verschiedener anderer Organisationen wie z. B. Polizei, Feuerwehren, THW oder auch der Bundeswehr von Nöten.



Autor/in: Die Pressesprecherin | Quelle: Kreis Ostholstein