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Geschlechtergerechte Sprache

„Männer werden immer richtig eingeordnet, Frauen fast nie, denn in unserer Sprache gilt die Regel: 99 Sängerinnen und 1 Sänger sind zusammen 100 Sänger. Futsch sind die 99 Frauen, nicht mehr auffindbar, verschwunden in der Männerschublade. Die Metapher bewirkt, daß in unseren Köpfen nur Manns-Bilder auftauchen, wenn von „Arbeitern“, „Dichtern“, „Studenten“, „Rentnern“ oder „Ärzten“ die Rede ist, auch wenn jene „Rentner“ oder „Ärzte“ in Wirklichkeit überwiegend Ärztinnen oder Rentnerinnen waren.“ (Zitat: Luise Pusch. Alle Menschen werden Schwestern. Frankfurt, M.: Suhrkamp. 1990. S. 85f.)

Gleichstellung von Männern und Frauen bedeutet auch Gleichstellung in der Sprache. Sie macht Frauen auch in allen Bereichen sichtbar und spricht sie gleichermaßen an wie Männer.

Eine gerechte Sprache geht aber weiter als der bisherige Ausgleich zwischen männlichen und weiblichen Formulierungen. Sie möchte allen Menschen unabhängig von ihrer sexuellen identität, ihrer Herkunft oder Sozialisation gerecht werden.

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken...

Eine lebendige Sprache entwickelt sich mit den Menschen, die sie sprechen.

Sprachwissenschaftliche und psychologische Studien zeigen, dass Sprache die Art und Weise beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen. Sprache bildet unsere Wirklichkeit ab, sie ist das wichtigste Ausdrucksmittel, um Werte und Normen zu vermitteln. Das bedeutet, mittels Sprache können wir uns und andere verändern. 

In Texten finden wir vielfach noch die rein männliche Schreibweise (das generische Maskulinum) vor und meist wird dies mit einer besseren Lesbarkeit begründet. Dadurch werden nicht nur Frauen sondern auch trans* und inter*geschlechtliche Personen sprachlich ausgeschlossen. Ein sensibler und inklusiver Sprachgebrauch hingegen trägt aktiv zur Gleichberechtigung und Wertschätzung aller Geschlechter bei.

Vor dem Hintergrund der Umsetzung des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017, der sich auf die Angabe des Personenstandes "weiblich", "männlich", "divers" und "keine Angabe", z.B. in Formularen und Statistiken bezieht, leitet sich ein Umdenken hin zu einer gendergerechten Anrede und Sprache ab.

Um das geschlechtergerechte Formulieren zu erleichtern, hat die Landesarbeitsgemeinschaft der hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten in Schleswig-Holstein einen Leitfaden entwickelt, der zum Ausprobieren anregen möchte.

Broschüre

Der Leitfaden Gendergerechte Sprache der LAG der Gleichstellungsbeauftragten in Schleswig-Holstein kann unter Telefon: 04521-788-430 und per E-Mail unter: s.meints@kreis-oh.de kostenlos bestellt werden.

Links 

Geschickt gendern

Forschungsgruppe zur geschlechtergerechten Sprache der Universität Kiel


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