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Zweites Frauenhaus in Ostholstein: Neue Landesförderung eröffnet Perspektiven

Autor/in: Die Pressesprecherin
Quelle: Kreis Ostholstein

Landrat Timo Gaarz: „Gewaltschutz ist für mich eine politische Pflichtaufgabe“

Eutin. Der Kreis Ostholstein plant ein zweites Frauenhaus mit 24 zusätzlichen Schutzplätzen. Mit dem neuen Investitionsprogramm des Landes Schleswig-Holstein eröffnet sich eine konkrete Perspektive, das Vorhaben umzusetzen. Bei einem gemeinsamen Termin am vergangenen Montag (26.10.2026) in Neustadt i.H würdigte Gleichstellungsministerin Aminata Touré das Engagement des Kreises Ostholstein. Auch die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) zeigte sich zuversichtlich, dass das Vorhaben gefördert werden kann.

„Gewaltschutz ist für mich eine politische Pflichtaufgabe. Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen und ihre Kinder, die von Gewalt betroffen sind, Schutz finden können. Deshalb setzen wir uns für ein zweites Frauenhaus in Ostholstein ein“, sagt Landrat Timo Gaarz.

Mit der im September veröffentlichten Frauenhaus-Investitionsrichtlinie des Landes gibt es nun ein Förderinstrument, das den geplanten Neubau unterstützen kann. Das Land stellt dafür insgesamt 30 Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes bereit. Damit sollen landesweit 200 zusätzliche Frauenhausplätze entstehen.

Der Landrat steht bereits seit Januar 2026 mit Ministerin Touré und dem Sozialministerium im Austausch über die Schaffung zusätzlicher Frauenhausplätze und die Umsetzung eines zweiten Frauenhauses in Ostholstein. In diesen Gesprächen hat der Kreis sein Vorhaben frühzeitig eingebracht und vorangetrieben. Im Rahmen des Termins haben Land und Investitionsbank signalisiert, dass der Kreis mit hoher Wahrscheinlichkeit Fördermittel erhalten und zu den ersten Antragstellern im Programm gehören wird. Vor diesem Hintergrund wählte die Ministerin Ostholstein auch als Ort für die Vorstellung der neuen Förderrichtlinie.

Vorgesehen ist ein Neubau mit 24 zusätzlichen Plätzen. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein (Wobau OH) soll das Vorhaben als Bauherrin realisieren. Parallel sucht der Kreis im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens einen geeigneten Träger, der den Betrieb des künftigen Frauenhauses übernehmen soll.

Der Kreis Ostholstein wird das Projekt fristgerecht bei der IB.SH anmelden und Fördermittel beantragen. Erst danach wird über die Förderung entschieden.

Der geplante Neubau soll das bestehende Schutzangebot in Ostholstein ergänzen. Neben zusätzlichen Plätzen ist es wichtig, die Arbeit des bestehenden Frauenhauses, der Frauenberatungsstellen und des Frauennotrufs dauerhaft abzusichern. Der Kreis unterstützt die vorhandenen Angebote bereits finanziell und trägt unter anderem die Kosten einer Schutzwohnung mit vier Plätzen.

„Ich begrüße es, dass das Land mit der neuen Richtlinie zusätzliche Investitionen in den Gewaltschutz ermöglicht. Wir haben uns frühzeitig für ein zweites Frauenhaus eingesetzt und wollen diese Chance für Ostholstein nutzen. Genauso wichtig ist aber, dass alle Angebote des Gewaltschutzes dauerhaft und verlässlich finanziert und damit langfristig gesichert werden können. Zusätzliche Schutzplätze sind ein wichtiger Schritt – sie müssen in ein Hilfesystem eingebettet sein, das Frauen und ihren Kindern auch künftig verlässlich zur Seite steht“, so Gaarz.

Der Kreis wird die weiteren Schritte zur Umsetzung des Vorhabens mit dem Land, der Wobau OH und einem künftigen Träger abstimmen.

Mit dem geplanten zweiten Frauenhaus setzt der Kreis Ostholstein einen Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses aus November 2023 um, die Zahl der Schutzplätze deutlich zu erweitern.