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Weihnachts-Gruß an die ukrainischen Flüchtlinge in Ostholstein

Liebe Bürgerinnen und Bürger aus der Ukraine, liebe Ostholsteinerinnen und Ostholsteiner,

nach einem für die ukrainische Bevölkerung unfassbar schweren Jahr mit vielen Schicksalsschlägen naht jetzt das Weihnachtsfest, das auch in der Ukraine gern und ausgiebig gefeiert wird. Viele schöne Bräuche gibt es in der Ukraine, auf die Sie sich alle sicher gern freuen würden.

Doch in diesem Jahr ist alles anders:

Der Angriffskrieg von Putin gegen den souveränen Staat Ukraine hat Ihr Land und ganz Europa und die westliche Welt völlig verändert und ist mit nichts zu rechtfertigen. Er trifft unschuldige Menschen und richtet sich gegen unsere Werte von Demokratie, Frieden und Freiheit sowie die unveräußerlichen Menschenrechte. Er führt zu Tausenden von Todesopfern auf beiden Seiten, er reißt viele Familien auseinander, weil die Männer ihr Land verteidigen , viele Frauen mit ihren Kindern aber verständlicherweise bei uns in Deutschland und vielen anderen Ländern Zuflucht vor Krieg und Tod, aber jetzt auch noch vor Kälte, Stromausfall, Hunger und Durst und vielen anderen Gefahren suchen, die von den russischen Angriffen weiterhin rücksichtlos und menschenverachtend verursacht werden. In Deutschland erscheint eine solche Situation unglaublich und kaum nachvollziehbar, haben wir doch seit vielen Jahrzehnten bei uns Frieden. Nun aber ist durch den russischen Angriffskrieg der Krieg nach Europa gekommen.

Der Kreis Ostholstein steht wie ganz Deutschland weiterhin an der Seite der ukrainischen Bevölkerung, die unser Mitgefühl und unsere Solidarität hat. Die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Ostholstein haben in den vergangenen Monaten ihre Solidarität und Hilfsbereitschaft, aber auch ihre Fassungslosigkeit und ihre Trauer auf vielfältige Art und Weise zum Ausdruck gebracht. Darauf sind wir stolz. Sie haben damit deutlich gemacht, dass sie fest an der Seite der ukrainischen Bevölkerung stehen, die in diesen Monaten großes Unrecht erfährt.

Gemeinsam mit den Städten, Gemeinden und Ämtern haben wir uns darum gekümmert, Menschen aus der Ukraine aufzunehmen und ihnen Schutz vor Krieg, Unrecht, Verfolgung und Not zu gewähren. Diese Hilfe ist für uns selbstverständlich. Auch wenn auch bei uns inzwischen der Wohnraum für die vielen Flüchtlinge knapp wird, versuchen wir, für Sie alles Menschenmögliche zu tun, um Ihnen eine würdige Unterkunft und eine gute Versorgung anzubieten.

Hier in Ostholstein gibt es weiterhin zahlreiche Anfragen von Personen, die Hilfe leisten wollen. Sei es durch Geld- oder Sachspenden, sei es durch die Unterstützung von Geflüchteten. Viele Organisationen, Institutionen und Kommunen im Kreis haben leisten schon seit vielen Monaten Hilfen unterschiedlichster Art, von Sammelstellen für Geld- und Sachspenden und Unterkünfte bis hin zur Unterstützung bei vielen kleinen und großen Dingen beim hiesigen Aufenthalt.

Wir werden Sie und diese Angebote weiterhin mit aller unserer Kraft unterstützen und hoffen, dass Sie zumindest hier in Ostholstein etwas Ruhe und Frieden zu finden - und auch die Möglichkeit, Weihnachten in etwas besinnlicherer Art und Weise zu feiern, um sich auch ein bisschen von der schrecklichen Situation ablenken zu können, dass die vielen Angehörigen und Lieben in der Ukraine erlitten haben und aktuell weiter erleiden müssen, die in der Ukraine ausharren und weiterhin ihr Leben und ihre Gesundheit riskieren,

Gerade durch die vielen Weihnachtstraditionen war das Weihnachtfest in der Ukraine in der Vergangenheit immer ein besonderes kulturelles Erlebnis und sicher für Sie das schönste Fest des Jahres.

Vielleicht finden Sie aber trotz all des Leids und der Sorgen bei uns die Gelegenheit, zumindest hier Kutja sowie die übrigen 11 traditionellen Fastenspeisen zuzubereiten und zu genießen, an die kirchlichen Andachten oder Krippenspiele teilzunehmen, um etwas Normalität zu erleben.

Unser tiefes Mitgefühl gilt gerade jetzt zu Weihnachten insbesondere aber auch denen, die sich in Lebensgefahr befinden, in Schützengräben oder in Flüchtlingslagern bzw. kalten Unterkünften ohne Strom, Wasser und Nahrung frieren müssen und auf eine bessere Zukunft hoffen.

Wir bedauern diese furchtbaren Umstände sehr und hoffen, dass bald wieder ein gerechter und sicherer Frieden sowie Freiheit in der Ukraine und ganz Europa einkehren wird.

In diesem Sinne möchten wir Ihnen allen ein Веселих свят!   sowie zur Jahreswende     Щедрий вечір!   wünschen!

Harald Werner                   Reinhard Sager
Kreispräsident                     Landrat