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Fachtag gegen Kinderarmut setzt wichtiges Zeichen in Ostholstein

Eutin. Kinderarmut sichtbar machen, für ihre Folgen sensibilisieren und gemeinsam Lösungen entwickeln – das waren die Ziele des Fachtages „Knapp drüber – mitten drin“, zu dem das Aktionsbündnis gegen Kinderarmut in Ostholstein Mitte Mai ins Kreishaus in Eutin eingeladen hatte. Die große Nachfrage zeigte bereits im Vorfeld die Relevanz des Themas: Die verfügbaren Plätze waren schnell ausgebucht.

Rund 100 Teilnehmende aus Familienzentren, Kitas, Schulen, Jugendarbeit, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Politik und Verwaltung kamen zusammen, um sich über die Lebensrealitäten armutsbetroffener Kinder und Jugendlicher auszutauschen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kinder und Jugendliche unterstützt werden können, damit finanzielle Benachteiligung nicht über ihre Bildungs- und Zukunftschancen entscheidet. Denn Kinderarmut bedeutet weit mehr als fehlendes Geld. Sie beeinflusst die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe, die gesundheitliche Entwicklung sowie die Chancen auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben.

Einen eindrucksvollen Auftakt bildete der Vortrag der Autorin Celsy Dehnert, die in ihrem Beitrag „Das Gefühl von Armut“ aus eigener Erfahrung über das Aufwachsen in Armut berichtete. Dabei machte sie deutlich, wie prägend Armut für Kinder und Jugendliche sein kann – aber auch, wie wichtig Menschen sind, die junge Menschen stärken, an sie glauben und ihnen Perspektiven eröffnen. Besonders ihre persönliche Geschichte zeigte, welche Wirkung Unterstützung und Ermutigung im Leben eines Kindes haben können.

In sechs Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden anschließend mit unterschiedlichen Facetten von Kinderarmut. Themen waren unter anderem die Sensibilisierung für Armutslagen, die Bedeutung einer wertschätzenden Kommunikation, gelingende Bildungsübergänge, gesundheitliche Belastungen in Familien, Unterstützungsangebote für Jugendliche sowie die besonderen Herausforderungen von Familien mit Behinderungen. Dabei wurde deutlich, dass Prävention und frühe Unterstützung zentrale Bausteine im Kampf gegen Kinderarmut sind.

Für das Aktionsbündnis gegen Kinderarmut in Ostholstein markiert der Fachtag den Beginn eines längerfristigen Prozesses. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure weiter zu stärken und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern, Jugendlichen und Familien im Kreis zu entwickeln.

Ein nächster Schritt soll eine weitere Veranstaltung stattfinden. Dort werden Unterstützungsangebote für armutsgefährdete Kinder, Jugendliche und Familien vorgestellt. Gleichzeitig sollen Kinder und Jugendliche selbst beteiligt werden und ihre Perspektiven in die weitere Arbeit einbringen.

Der Fachtag hat deutlich gemacht: Kinderarmut ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Umso wichtiger ist das gemeinsame Engagement von Politik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen, sozialen Trägern und Ehrenamtlichen. In Ostholstein wurde dafür ein wichtiger Impuls gesetzt.

Autor: Die Pressesprecherin, 08.06.2026 
Quelle: Kreis Ostholstein