Inhalt

Kreis Ostholstein stärkt Brand- und Katastrophenschutz mit umfangreicher Fahrzeugübergabe

Landrat übergibt Fahrzeuge und Spezialausstattung an Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Katastrophenschutzeinheiten

Eutin. Mit einer feierlichen Übergabe auf dem Gelände der Kreisverwaltung hat Landrat Timo Gaarz zahlreiche neue Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände an Feuerwehren, Hilfsorganisationen sowie Einheiten des Katastrophenschutzes im Kreis Ostholstein übergeben. „Die Investitionen stärken die Leistungsfähigkeit der Gefahrenabwehr und des Bevölkerungsschutzes nachhaltig und tragen dazu bei, den Einsatzkräften moderne und leistungsfähige Arbeitsmittel für ihre anspruchsvollen Aufgaben zur Verfügung zu stellen,“ so der Landrat.

Zu den Gästen der Veranstaltung zählten Vertreterinnen und Vertreter der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Malteser Hilfsdienstes, der Technischen Einsatzleitung sowie kommunale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. Der Landrat begrüßte insbesondere die Kreispräsidentin Petra Kirner, die Bürgermeister Kuno Brandt (Heiligenhafen), Michael Robien (Lensahn), Jörg Weber (Fehmarn) und Bettina Schäfer (Scharbeutz) sowie die Bürgervorsteherin der Stadt Oldenburg i.H. Susanne Knees.

In seiner Begrüßung betonte Landrat Timo Gaarz die besondere Bedeutung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Ostholstein. Moderne Fahrzeuge und zeitgemäße Ausstattung seien dabei kein Selbstzweck, sondern wichtige Voraussetzungen für schnelle und wirkungsvolle Hilfeleistungen. Gleichzeitig würdigte er die vielen Beteiligten, die die Beschaffungen über mehrere Jahre hinweg vorbereitet, geplant und begleitet haben.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Fahrzeuge und Ausstattungen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 3,75 Mio. € für unterschiedlichste Aufgabenbereiche des Brand- und Katastrophenschutzes offiziell übergeben, ein Teil der Maßnahmen wurde dabei durch Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein und des Bundes unterstützt.

Hierzu gehörte unter anderem ein neuer Kommandowagen für das Fachgebiet Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz. Der auf einem VW Tiguan basierende Kommandowagen ermöglicht die schnelle Verlegung von Fachberatern und Führungsunterstützungskräften an Einsatzstellen und kann bei Bedarf auch von anderen Katastrophenschutzeinheiten genutzt werden. Die Beschaffungskosten beliefen sich auf rund 56.000 €.

Darüber hinaus erhielt der Kreis drei mobile Tankstellen, die im Rahmen einer Landesinitiative bereitgestellt wurden. Sie ermöglichen die unabhängige Versorgung von Einsatzfahrzeugen und Aggregaten mit Kraftstoff und erhöhen insbesondere bei langandauernden Schadenslagen die Durchhaltefähigkeit der Einsatzkräfte.

Für die Feuerwehrtechnische Zentrale und die Digitalfunkservicestelle wurden zwei neue Dienstfahrzeuge des Typs MAN TGE in Dienst gestellt. Insbesondere das Fahrzeug der Digitalfunkservicestelle verfügt über eine mobile Werkstattausstattung, mit der Reparaturen und Programmierungen direkt vor Ort durchgeführt werden können. Die Investition betrug rund 190.000 €.

Ein weiteres besonderes Einsatzmittel ist ein geländegängiges Quad mit Anhänger, das künftig beim DRK Süsel eingesetzt wird. Es dient der Erkundung sowie dem Transport und der Versorgung von Patientinnen und Patienten in schwer zugänglichem Gelände. Die Anschaffungskosten von rund 40.000 € wurden vollständig vom Kreis Ostholstein getragen.

Zur Stärkung der Betreuungs- und Versorgungskomponenten wurden zudem zwei Kühlanhänger sowie drei moderne Feldküchen an Einheiten des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und des Arbeiter-Samariter-Bundes übergeben. Die Feldküchen können jeweils bis zu 250 Personen versorgen und ersetzen teilweise mehr als 20 Jahre alte Vorgängermodelle. Die Investitionen beliefen sich auf rund 55.300 € für die Kühlanhänger sowie rund 121.300 € pro Feldküche.

Einen Schwerpunkt der Beschaffungen bildeten Fahrzeuge für den überörtlichen Einsatz und den Katastrophenschutz. Für die Technische Einsatzleitung wurde ein Gerätewagen Logistik mit einem Investitionsvolumen von rund 388.800 € beschafft. Das Land Schleswig-Holstein beteiligte sich mit einer Förderung von 70.000 € an den Kosten. Das Fahrzeug stellt die logistische Unterstützung des Einsatzleitwagens II sicher und gewährleistet die Einsatzbereitschaft der Technischen Einsatzleitung auch bei größeren Schadenslagen.

Weitere Gerätewagen wurden an die Feuerwehren Scharbeutz, Schashagen und Heiligenhafen übergeben. Während der Gerätewagen Logistik in Scharbeutz Transport- und Versorgungsaufgaben übernimmt, dient der Gerätewagen Katastrophenschutz in Schashagen als Zugfahrzeug für die landesweit eingebundene 250-kVA-Netzersatzanlage. Beide Fahrzeuge wurden vollständig durch das Innenministerium Schleswig-Holstein finanziert. Der in Heiligenhafen stationierte Gerätewagen Katastrophenschutz erweitert die Fähigkeiten des Kreises im Bereich der schweren technischen Hilfeleistung erheblich. Das Fahrzeug verfügt über speziell entwickelte Rollwagen mit Ausrüstung zur Abstützung, Rettung, Stromversorgung und Beleuchtung. Die Investitionskosten einschließlich Beladung betrugen rund 402.800 €.

Für die Betreuungseinheiten des Malteser Hilfsdienstes und des DRK Neustadt wurden außerdem zwei weitere Gerätewagen Logistik beschafft. Diese unterstützen die Versorgung und Betreuung von Einsatzkräften und Betroffenen bei größeren Schadenslagen. Die Kosten von jeweils rund 222.300 € wurden durch Fördermittel des Landes in Höhe von jeweils 65.000 € unterstützt.

Besonders bedeutend für die technische Hilfeleistung sind zwei neue Rüstwagen, die künftig auf Fehmarn sowie an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Lensahn stationiert werden. Mit ihrer umfangreichen Spezialausstattung stärken sie die 7. Feuerwehrbereitschaft des Kreises Ostholstein nachhaltig. Die Investition von insgesamt rund 1,3 Millionen € wurde vollständig vom Kreis getragen.

Ergänzt wird die neue Ausstattung durch eine leistungsstarke 250-kVA-Netzersatzanlage, die durch das Innenministerium Schleswig-Holstein bereitgestellt wurde. Sie ist Teil des Landesmoduls Energieversorgung und kann im Ernstfall kritische Infrastrukturen mit Strom versorgen.

Für den Löschzug Gefahrgut wurde zudem ein neuer CBRN-Erkunder des Bundes in Dienst gestellt. Das Spezialfahrzeug dient der Erkennung und Analyse chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahrenlagen. Es ersetzt ein Fahrzeug aus dem Jahr 2001 und ermöglicht die digitale Erfassung und Auswertung von Messdaten zur Unterstützung der Einsatzleitungen. Für das Fahrzeug selbst entstanden dem Kreis keine Kosten; der Stellplatz in Oldenburg in Holstein wurde jedoch mit einem zweckgebundenen Zuschuss von 65.000 € unterstützt.

„Die heute übergebenen Fahrzeuge stehen für eine weitere deutliche Stärkung des Bevölkerungsschutzes im Kreis Ostholstein. Vor allem stehen sie aber für das Vertrauen in die Menschen, die diese Technik künftig nutzen werden“, erklärte Landrat Timo Gaarz. „Unsere Feuerwehren, Hilfsorganisationen und das Technische Hilfswerk leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Dieses Engagement verdient die bestmöglichen Rahmenbedingungen.“

Zum Abschluss dankte der Landrat allen ehrenamtlichen Einsatzkräften sowie den zahlreichen Beteiligten aus den Arbeitsgruppen, den Hilfsorganisationen, den Feuerwehren und der Kreisverwaltung für ihre fachliche Unterstützung bei den Beschaffungsprojekten.

Der Kreis Ostholstein setzt den eingeschlagenen Modernisierungskurs mit Landrat Gaarz an der Spitze konsequent fort. Bereits in Umsetzung befinden sich weitere Beschaffungen, darunter ein Mannschaftstransportwagen für das Fachgebiet Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz, zwei Krankentransportwagen, zwei Gerätewagen Wasserrettung für die DLRG sowie drei neue Einsatzleitwagen I. Ziel bleibt es, den Brand- und Katastrophenschutz im Kreisgebiet auch künftig leistungsfähig, modern und zukunftssicher aufzustellen.


Autor: Die Pressesprecherin, 19.06.2026 
Quelle: Kreis Ostholstein