Sichtbare Erinnerung – Historische Entwicklung des Kreisverwaltungsgeländes wird öffentlich zugänglich gemacht
Eutin. Das heutige Kreishaus steht auf historisch bedeutsamen Boden: Auf dem Gelände des heutigen Verwaltungsgebäudes befand sich in der frühen Zeit des Nationalsozialismus ein Schutzhaftlager.
Die umfassende historische Aufarbeitung erfolgte durch Regine Jepp und Christian Burgdorf (beide ehemals Bürgergemeinschaft Eutin e.V.). Ihre Ausarbeitung beleuchtet die vielschichtige Geschichte des Ortes – von seinen Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu seiner Nutzung in der NS-Zeit.
Im Zuge der Planung und Errichtung des Erweiterungsneubaus der Kreisverwaltung in Eutin wurde auch die historische Entwicklung des Geländes aufgegriffen. Der Übergang zwischen Bestandsgebäude und Erweiterungsneubau zeigt auf der Außenseite einen Lageplan des historischen Grundstücks. Über einen dort angebrachten QR-Code gelangt man zu der umfassenden Aufarbeitung, die ab sofort auf der Homepage des Kreises Ostholstein abrufbar ist (www.kreis-oh.de/DasEutinerSchutzhaftlager). Die Veröffentlichung erfolgt bewusst am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Dieses Datum steht für das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und unterstreicht die Bedeutung einer offenen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.
Landrat Timo Gaarz sieht den Kreis Ostholstein in der Pflicht: „Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist ein zentraler Bestandteil unserer demokratischen Verantwortung. Gerade an einem Ort, an dem heute Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen stattfinden, ist es wichtig, die historischen Zusammenhänge sichtbar zu machen und ein Bewusstsein für die damaligen Unrechtssysteme zu schaffen. Hierzu gehört auch die Einordnung der Rolle der Kreise in den Zeiten des Nationalsozialismus.“
Die Ausführungen machen deutlich, dass die damaligen Ereignisse nicht abstrakt, sondern ein Teil der lokalen Geschichte sind. „Wir freuen uns, dass sich der Kreis Ostholstein seiner historischen Verantwortung bekennt“, so Regine Jepp, Büro für Eutiner Stadtgeschichte.
Der Kreis Ostholstein verfolgt das Ziel, Transparenz zu schaffen und einen offenen Umgang mit der eigenen Geschichte zu fördern.
Quelle: Kreis Ostholstein